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13.04.2015
» » Wie funktioniert ein Ohr? Und was kann ein Hörgerät alles ermöglichen?
Ein interessanter Vortrag an unserem Seniorennachmittag zu einem wichtigen Thema, das für viele leider noch immer ein Tabuthema ist.

Dass wir alle ein Trommelfell und auch ein Mittelohr haben ist den meisten Menschen klar. Spätestens beim Innenohr hört bei vielen das Wissen auf. Auch wie das Zusammenspiel innerhalb des Ohres funktioniert, damit aus dem bloßen „Hören“ das geistig verarbeitete „Verstehen“ wird, wissen die wenigstens. Ein tagtäglicher Hochleistungsprozess unseres Körpers, den wir als solchen gar nicht wahrnehmen. Hörgeräteakustikermeister Helmut Tilenius berichtete auf unserem Seniorennachmittag am 08.04.2015 über die Funktion und den Aufbau des Ohres, um dann auf die technischen Feinheiten des Hörgerätes einzugehen.

Wie auch z.B. die Knochen mit dem Alter verschleißen, leiden auch Ohren unter dem Gebrauch. Die Altersschwerhörigkeit (eine Hochtonschwerhörigkeit) sei bei fast allen Menschen vorprogrammiert. Eine beruflich bedingte Überforderung der Ohren oder auch eine genetische Disposition könnten ebenso zu einem frühzeitigen Hörverlust führen oder die Altersschwerhörigkeit begünstigen. Jedoch würden nicht nur ältere Personen jenseits der 75 mit dem Thema „Hörgerät“ konfrontiert. Die altersmäßige Spanne der Kunden von Herrn Tilenius sei größer als viele es sich vorstellen könnten - sein jüngster Kunde sei erst 2 Jahre alt.



Für viele ist das Thema „Hörgerät“ leider immer noch mit einer Form der Behinderung verbunden oder wird als großer finanzieller Sorgenpunkt abgetan. Dabei sei -bei eingeschränktem Gehör- das frühzeitige Tragen eines Hörgerätes für das Ohr und Gehirn von großer Bedeutung, da sonst das Hören verlernt würde und das Gehirn Gehörtes nicht mehr umsetzen könne. Sicherlich bedürfe ein Hörgerät auch einer Eingewöhnungsphase, in der das Gerät auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden angepasst würde - Geduld sei an dieser Stelle gefragt. Bezüglich des Kostenfaktors würden viele Betroffene leider in dem Irrglauben von einer immensen eigenen Kostenbeteiligung leben. Herr Tilenius konnte beruhigen, da die gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von ca. 1.600,- € für Hörgeräte aufkommen würde. Die eigene Zuzahlung liege hierbei lediglich bei 20,- €. Mit der Zahlung der 1.600,- € sei auch eine 6-Jährige Nachsorge mit inbegriffen. Selbstverständlich gebe es auch teurere Hörgeräte bei denen die Zuzahlung entsprechend höher sei. Die Hörgeräte, die den Sätzen der gesetzlichen Krankenkassen entsprechen, seien aber für eine „normale“ Schwerhörigkeit qualitativ völlig ausreichend. Als krönenden Abschluss des Seniorennachmittages durften Freiwillige aus der Runde einen Hörtest machen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde der Bedarf an Hörgeräten deutlich.



Wir bedanken uns recht herzlich bei Herrn Tilenius für seinen Vortrag und hoffen, dass er vielen Besuchern die Sorge vor dem Tragen eines Hörgerätes nehmen konnte. Hörgeräte sollten als moderne Technik empfunden werden, die das Leben langfristig erleichtern. Unser Dank gilt ebenso dem Pflegedienst Lange, der uns wieder mit Kaffee und Kuchen versorgt hat. Die eingenommenen Spenden kommen Anfang des nächsten Jahres wieder sozialen Zwecken zugute.

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