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12.02.2015
» » 1. Seniorennachmittag im Jahr 2015 stand ganz unter dem Thema „Kriminalprävention und Opferschutz“
Kriminalhauptkommissar Rainer Herbrand kam mit seinem Kollegen Herrn Berger, um unsere Senioren gegen Trickbetrüger zu wappnen.

Unmittelbar im Anschluss an die Spendenübergabe fand unser erster Seniorennachmittag im Jahr 2015 statt. Der Kreis Mettmann besteht aktuell aus 27% Senioren - von insgesamt ca. 477.000 Menschen, die im Kreis Mettmann wohnen. Herr Herbrand sagte, dass häufig Senioren Opfer von Trickbetrügern sind, die mit „altbewährten Mitteln“ an ihre Beute zu kommen versuchen und es leider häufig genug auch schaffen.



Die bekannteste Masche ist der „Enkeltrick“. Leider glauben viele, dass sie auf Grund der „Popularität“ dieser Masche nicht mehr darauf hereinfallen würden. Die Zahlen zeigen hier leider ein anderes Bild: in 2013 gab es allein in Nordrhein Westfalen 253 vollendete Fälle in Sachen Enkeltrick. Der Gesamtschaden belief sich auf 3,15 Millionen Euro. Die Dunkelfeldforschung geht jedoch davon aus, dass lediglich jeder zweite vollendete Fall aus z.B. Schamgründen der Polizei gemeldet wird. Die Täter nutzen -wie bei vielen anderen „Tricks“ auch- Rede- (z.B. besonders schnelles Sprechen) oder Fragetaktiken (z.B. am Telefon „Wer glaubst du denn, wer hier spricht?“), um Ihre Opfer völlig zu überrumpeln oder um unbemerkte Informationen zu erhalten.
Weitere bekannte Trickbetrügereien verstecken sich hinter „Kaffeefahrten“, postalischen Gewinnversprechen, Haustürgeschäften oder vermeintlichen Wasserwerkern, Stromablesern, schwangeren Frauen oder „Polizisten“, die um Einlass in die Wohnung bitten.

Zu den neueren Taktiken gehören Geldwechseltricks, bei denen Geld aus dem Portemonnaie der Opfer gestohlen wird, Trickdiebstahl am Geldautomaten, bei denen der Täter Geld vom Konto abhebt, während man noch daneben steht und Dankbarkeitstricks, deren Hauptzweck im Stehlen von Wertgegenständen liegt.

Viele Tricks werden von mehreren Tätern ausgeführt, die „Arbeitsteilung“ betreiben. Ein Täter lenkt das Opfer aufdringlich ab, während ein zweiter Täter den Diebstahl vornimmt. Ein dritter Täter ist dann für das Beiseiteschaffen der Beute zuständig, sodass es für die Polizei fast unmöglich wird, die Täter zu stellen, da der erste Täter nur abgelenkt hat, was keine Straftat an sich darstellt, der zweite Täter zwar den Diebstahl vorgenommen hat aber ihm keine Beute nachgewiesen werden kann und der dritte Täter meist vom Opfer gar nicht gesehen wird und demnach auch keine Personenbeschreibung gemacht werden kann.

Herr Herbrand sagte, dass besonders ältere Menschen zu gutgläubig sind und Ihnen der Argwohn und damit die Wachsamkeit für solche Taten fehlen. Öffentliche Orte wie z.B. ein Supermarkt, ein Wochenmarkt oder „karnevalistisches Treiben“ sind prädestiniert für einen kleinen Rempler mit anschließendem Taschendiebstahl.

Oberste Gebote: keine fremden Menschen in die Wohnung lassen, keine fremden Menschen dichter als eine ausgestreckte Armlänge an sich herankommen lassen, Haustürgeschäfte abwiegeln indem man einfach die Türe schließt oder per Gegensprechanlage erst gar nicht öffnet, auf postalische Gewinnversprechen gar nicht eingehen sondern direkt entsorgen. Sollte man trotzdem in ein solches Bedrängnis geraten sein ist es äußerst wichtig Öffentlichkeit herzustellen und sich lauthals über z.B. die Zudringlichkeit zu beschweren. Meist reicht ein so geringer Aufwand um die Täter in die Flucht zu schlagen.
Auch gab Herr Herbrand einen Hinweis in Richtung der Angehörigen von Opfern. Vorwürfe, wie man „so blöd“ sein kann auf einen uralten Trick hereinzufallen helfen in solchen Situationen nicht weiter. Die Opfer schämen sich ohnehin schon genug, sodass destruktive Kritik gar keine Lösung ist.

Wir haben uns sehr über den praxisnahen und äußerst interessanten Vortrag von Herrn Herbrand gefreut und waren erstaunt über die Vielseitigkeit der möglichen Tathergänge. Er hat uns eine Broschüre über dieses Thema zur Verfügung gestellt, die bei uns in der Geschäftsstelle eingesehen werden kann.


Wir danken den Besuchern für Ihre Spenden, die Anfang nächsten Jahres gesammelt guten Zwecken zukommen werden und dem Pflegedienst Lange, der uns wieder mit Kaffee und Kuchen versorgt hat.

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